Gregor von Tours zu einem Kampf zwischen Thüringern und „Franken“-Vorfahren

S. 66

Lassen sich Gründe für die Kürze des Aufenthalts der Sicambrier in Thüringer erkennen ? Gregor von Tours liefert vielleicht eine Erklärung dafür, obwohl das ihm selbst wahrscheinlich nie bewusst gewesen ist. Möglich sind Spannungen zwischen den inzwischen selbstbewusster und kräftiger gewordenen Thüringern und den Leuten aus Sicambria; vielleicht gab es sogar blutige Auseinandersetzungen, die im Bewusstsein der sarmatischen Führungsclique weit über hundert Jahre lebendig bleiben sollten. So könnte sich der merkwürdige Passus erklären, den Gregor in seinem Bericht über die Eroberung Thüringens durch die Frankenkönige Theuderich und Chlothachar im Jahr 531 eingeschoben hat (Gregor von Tours, Buch III, Kap. 7).

Die Frankenkönige hätten damals ihre Krieger mit folgenden Worten zum Kampf gegen die Thüringer angestachelt: „Erinnert euch daran, wie die Thüringer einst über unsere Väter mit Gewalt hervorbrachen und ihnen viel Leid zufügten, da diese ihnen doch Geiseln stellen und Frieden mit ihnen machen wollten. Aber jene töteten die Geiseln, brachen herein über eure Väter, nahmen ihnen alle Habe, hingen die Knaben mit den Sehnen der Schenkel an die Bäume und ließen mehr als zweihundert Mädchen eines grausamen Todes sterben …“ Die von Gregor in wörtlicher Rede wiedergegebene Ansprache des Königs Theuderich fügt noch blutrünstige Einzelheiten hinzu, wie die Thüringer angeblich die Mädchen quälten.

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